La città del sole (Fotoprojekt)
Sich schützen – und damit Zuflucht suchen vor dem unentwegt blasenden Wind gehören
mit zu den Bedingungen der Bewohner um Usedom und Rügen an der deutschen
Ostseeküste. Gegen diesen Umstand hat die dort ansässige sudetische Bevölkerung ihre
eigenen Strukturen und Strategien entwickelt.
Auf meiner letzten Reise in diese Gegend sind mir die Landschafts-typischen Paravents
(Windschutz- Gevierte) an der Küste besonders aufgefallen. Charakteristisch in ihrer Art
und gleichzeitig schön in Farbe und Muster, haben mich die anonymen Konstruktionen –
als quasi unfreiwillige Formen der Kunst – angeregt zu einer Fotoarbeit im Sinne der
Territoriums- Dokumentation.
Diese Paravents, als Gattung urbanen Hyperrealismus von namenlosen Architekten als
Schutz gegen die sprichwörtliche „Steife Briese“ erbauten provisorischen Räume
verströmen als temporäre Behausungen Einzigartigkeit und den Hauch von Leben in
Freiheit. Sie erzählen für mich von der Spontaneität des modernen Menschen, der in
neuen Gesellschaftsformen ohne festen Regeln und Systeme seine Selbstverwaltung
sucht.
Improvisation sieht er als ideale Form des Zusammenlebens und in der “città del sole”
möchte er wohnen.
